Erfahrungsberichte von Studierenden
Auf dieser Seite präsentieren wir Informationen über unsere Studierenden die sich gerade auf einem Auslandsaufenthalt befinden.
- Julia Poliak, Abt. IV(K, Kurs 2006
Jahresaufenthalt in Lodz an der PWSFTViT WS 2010/SS2011
Die Staatliche Filmhochschule für Film, Fernsehen und Theater in Lodz, PWSFTViT, ist eine der bekanntesten Filmhochschulen Europas. Besondere Aufmerksamkeit bekommt der Kamerabereich unter anderem wegen seiner zahlreichen berühmten Absolventen wie Slawomir Idziak, Pawel Edelmann, Witold Sobocinski, Edward Klosinski, Jan Jakub Kolski und Kszystof Ptak.
Hier studieren junge Menschen aus der ganzen Welt 5 Jahre bevor Sie einen Master of Arts erhalten, davon sind 4 Jahre intensiv mit Vorlesungen gefüllt. Jedem neuen Jahrgang wird ein Professor mit teilweise einem oder zwei künstlerischen Mitarbeitern zugeordnet. Dieser begleitet den Jahrgang für zwei Jahre - danach gibt es einen Wechsel. Der Professor verbringt mit den ihm zugeteilten Studenten einen Tag in der Woche. Dieses Hauptfach nennt sich Kamerakunst und beschäftigt sich im ersten Jahr mit grundlegender Kameratechnik, Schwarz/Weiß Filmmaterial, Chemie und Optik. Im zweiten Jahrgang mit Farbfilm, Theorie-Praxis zu Farbe, Komposition, Fernsehen; im dritten und vierten Jahrgang mit fortgeschrittener Kameratechnik, grundlegender mit Lichttechnik und Lichtsetzung. Am Ende des dritten Semesters, im September, werden alle Filme, die in diesem Jahr von den Studenten erstellt wurden, gezeigt und teilweise von allen Professoren benotet. Normalerweise bleibt niemand sitzen - Ausnahmen bestätigen die Regel.
Die Professoren sind selbst meist aktive Kameramänner oder -frauen und erzählen gern von ihren bevorstehenden oder vergangenen Projekten. Die Betreuung von Studentenprojekten findet sowohl individuell, wie auch in der Klasse vor anderen Studenten statt und ist sehr intensiv. Außerdem wird Filmschnitt und Drehbuch auch für Kamerastudenten unterrichtet. In den ersten Jahren des Studiums sind die Kamerastudenten meist selbst Autoren ihrer Filme, danach wird mit Regisseuren ggf. Drehbuchautoren u.a. zusammengearbeitet. Die Filmhochschule Lodz bietet eine breit gefächerte Auswahl an Studiengängen, diese erleichtert das Filmemachen mit anderen Departments sehr. Schnell ergeben sich Gruppen aus Szenenbildnern, Schauspielern, Kameraleuten, Regisseuren usw. . Das schuleigene Studentenwohnheim erleichtert das Kennenlernen anderer junger Filmemacher und kann den Kontakt wegen des sehr engen Zusammenlebens fördern oder vernichten. Allerdings habe ich in meinem einjährigen Aufenthalt im genannten Wohnheim zusammen mit meiner Zimmermitbewohnerin jede noch so wilde Party ganz gut überstanden. Alles in allem habe ich eine wertvolle Zeit an einem historischen Ort in einer aufregenden Schule mit einer langen Geschichte verbracht, habe mich in den Straßen von Lodz in ihre Eigentümlichkeiten verliebt, beeindruckende Menschen kennengelernt und habe zwei Fische als Familienzuwachs bekommen. Die Professoren, denen ich unendlich dankbar bin für meinen sehr erfolgreichen Aufenthalt sind Stanislaw Szymanski und Jolanta Dylewska. Einen Film ohne Budget zu drehen ist gerade dort gar nicht einfach und der Rückhalt der Professoren ist von daher entscheidend für dessen Verwirklichung. Mein Tutor Herr Szymanski hat sich in besonderer Weise für mich in der Schule eingesetzt, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Auch das Büro für internationale Angelegenheiten unter der Leitung von Herrn Bednarek hatte mich sehr unterstützt und für meine Belange immer offen gestanden. Es gibt viele internationale Studenten, wie zum Beispiel aus Mexico, Indien, Skandinavien, Amerika u.a. die kein perfektes Polnisch sprechen. Daher denke ich, sind Grundlagen in Polnisch völlig ausreichend um dort Fuss zu fassen und nach 3-4 Monaten im Unterricht mitzukommen, wie es auch bei mir der Fall war. Daher lege ich jedem Interessenten nahe, sich die Schule im September zur Prüfungszeit anzuschauen, die Filme zu sehen, die Professoren kennenzulernen und mit den Studenten etwas Zeit zu verbringen. Es macht Spass.
- Vera Drude, Abt. IV, Kurs 2010
Aufenthalt in Beirut im Sommer 2011
Arabisch lernen in Beirut hat einen Nachteil: in der wahrscheinlich westlichsten Stadt des Nahen Ostens - oder auch der gesamten arabischen Welt - spricht fast jeder Englisch oder Französisch.
>Es hat aber auch viele Vorteile. Ich habe mich für Beirut entschieden, weil Damaskus zu unsicher war, Amman eine Betonwüste ist und die Westbank zu belastend, um dort fünf Wochen zu verbringen. Außerdem ist es eine großartige Stadt: Beirut hat eine junge Kunst- und Kulturszene, es ist warm bzw. heiß, die Menschen gehen jeden Abend aus und das Mittelmeer (wenn auch in Stadtnähe extrem verdreckt) ist direkt vor der Haustür. Die Stadt ist ein Schmelztiegel der Volksgruppen und Religionen, und auch die Spuren des Kriegs und des künstlichen Wiederaufbaus sind sichtbar.
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>Die Schule, in der ich Arabisch gelernt habe, das SAIFI-Institute (http://saifiarabic.com/), ist wirklich hervorragend. Man lernt wirklich was und es macht auch noch Spaß. Der Unterschied zu vielen anderen Kursen und Schulen: Bei SAIFI lernt man Urban Arabic. Das ist die Sprache, die heute im Nahen Osten gesprochen wird. In den meisten Kursen wird Hocharabisch (fusha) unterrichtet. Dann kann man die Grundlage der Sprache und kann sich allen Dialekten anpassen, aber wirklich sprechen und es anwenden kann man eben nicht. Mir erschien es sinnvoller, das gesprochene Arabisch zu erlernen, zudem man bei SAIFI auch noch ganz klassisch die arabische Schrift lernt.
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>Ich habe einen Intensivkurs gemacht, drei Stunden pro Tag über fünf Wochen. Mehr als drei Stunden geht eigentlich nicht, weil man nach dem Unterricht noch viel wiederholen muss. Jetzt kann ich schreiben und lesen, eigentlich nur die Worte, die ich schon kenne, denn im Arabischen gibt es nur drei Vokale, alle anderen muss man sich denken. Ich kann mit Menschen small talk halten, mich vorstellen, erzählen woher ich komme und was ich mache.
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>Wer schon Arabischkurse besucht hat und diese Kenntnisse bei SAIFI vertiefen möchte, kann das auch machen. Es gibt Kurse bis zum Level 4.5 bzw. spezielle Kurse, die sich mit Zeitunglesen o.ä. beschäftigen.
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>Hier noch ein paar nützliche Links für die Zimmersuche. Achtung, Beirut ist teuer. Man muss etwa 500 Dollar für ein WG-Zimmer einplanen und sich früh darum kümmern!
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>LINKS:
>www.ahlein.com
>www.craigslist.com
>www.airbnb.com
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- Anne Keßel, Abt. III/D, Kurs 2008
DAAD Sommersprachkursstipendium in Los Angeles
Als Stipendiatin des MedienCampus Bayern e.V. durfte ich den Sommer 2010 in Los Angeles verbringen.
Die ersten vier Wochen besuchte ich den „International Film Workshop“ bei Steinlein Productions, zusammen mit den anderen beiden MedienCampus-Stipendiaten und weiteren sechs Teilnehmern (4 Deutsche, 2 Amerikaner). Wir wurden in Preproduction, Production und Postproduction unterrichtet, wobei die vermittelten Inhalte für einen Filmhochschüler nicht wirklich neu waren. Aber die Art, wie unserer amerikanischen Dozenten uns ihr Wissen vermittelten und immer einen deutlichen Bezug zu Hollywood herstellten, begeisterte uns doch alle sehr.
Im Verlauf der vier Wochen drehten wir auch mit bescheidenen Mitteln einen Kurzfilm und konnten auf unseren „Fieldtrips“ (immer freitags) u.a. Einblicke in die Stunt-Schule von Eric Chen oder die Postproduktionsfirma „Digital Jungle“ erhalten.
An die Workshop schlossen sich weitere vier Wochen „Career Training“ an, welches ich bei der Produktionsfirma „Double Feature Films“ in Beverly Hills absolvieren konnte.
Um es kurz zu machen: Mein Sommer in Los Angeles war ein Erlebnis!
Ich durfte ein bisschen Hollywood-Luft schnuppern und habe kleine Einblicke in die amerikanische Filmindustrie erhalten. In meiner Freizeit habe ich Los Angeles und Umgebung erkundet, habe unter Amerikanern ge- und ihren Lebensstil erlebt, ich war fasziniert, manchmal auch ein kleines bisschen erschrocken, aber immer mittendrin statt nur dabei!
Und vor allem habe ich in diesem Sommer Menschen kennen gelernt und Erfahrungen gemacht, die ich nie vergessen werde!
- Constanze Guttmann, Abt. V, Kurs 2006
DAAD Sommersprachkursstipendium in Israel
Im Sommer 2010 hatte ich die Möglichkeit mit dem DAAD-Sommersprachkurstipendium an einem sechswöchigen Intensiv-Hebräischsprachkurs in Israel teilzunehmen.
Die Bewerbung:
Wer sich beim DAAD für ein Sommersprachkursstipendium bewirbt, sollte Folgendes beachten:
- Die Anmeldefrist ist bereits im Januar. Da man der Bewerbung einige Unterlagen beilegen muss, wie etwa Übungs- und Seminarveranstaltungen, Fachgutachten des Hauptfach-Hochschullehrers, Begründung für die Teilnahme am Sprachkurs, Sprachzeugnis etc., sollte man sich darum bemühen, alle Unterlagen möglichst frühzeitig zu organisieren.
- Der DAAD fördert, außer bei selten gesprochenen Sprachen, keine Anfängersprachkurse. Hebräisch ist übrigens keine selten gesprochene Sprache, wer also einen Sprachkurs in Israel belegen möchte, muss schon vorab Sprachkenntnisse vorweisen können. Hier ist zu beachten, dass das vom DAAD geforderte Sprachzeugnis nur von einer Universität, nicht aber von einer Volkshochschule o.ä. ausgefüllt werden darf.
- Beim Ausfüllen des Online-Formulares muss man wissen, dass manche Angaben aufgrund der vorgegebenen Maske nicht exakt gemacht werden können. Einige Informationen können dann auch später handschriftlich ergänzt werden. Hier und bei allen anderen Fragen und Problemen kann man sich aber immer an Evi Stangassinger bzw. die Damen und Herren vom DAAD wenden.
- Bitte beachtet, dass alle Angaben für meine Bewerbung 2010 galten und sich eventuell verändert haben.
Kurs
Ich habe mich für einen Sprachkurs an der Ben-Gurion University of the Negev in Beer Sheva beworben, da eine Kooperation bzw. gute Zusammenarbeit zwischen der BGU und dem DAAD besteht. Wer lieber in eine „spannendere“ Stadt wie Tel Aviv, Haifa oder Jerusalem gehen möchte, sollte beachten, dass diese Sprachkurse häufig mit höheren Kursgebühren und Lebenshaltungskosten verbunden sind. Welchen Sprachkurs man wo besuchen möchte, muss man vorab selbst recherchieren und sowohl den Kurs als auch die Unterbringung selbst organisieren. Diese Angaben müssen bereits in der Bewerbung gemacht werden.
Die Kurse der Sommeruni, die von Sonntag bis Donnerstag gehen, setzen sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:
- Vormittags: 3 Stunden Hebräischunterricht in Gruppen zwischen fünf und fünfzehn StudentInnen in den Stufen Aleph (Anfänger) bis Gimmel.
- Der Nachmittag sollte dazu genutzt werden, Hausaufgaben zu machen bzw. zu lernen.
- Um 18 Uhr finden Vorlesungen zu unterschiedlichen Themen und in unterschiedlicher Qualität statt. Einige StudentInnen nehmen hauptsächlich wegen diesem akademischen Rahmenprogramm, für das man ECTS Punkte sammeln kann, an der Sommeruni teil.
- Am letzten Abend bekommt jeder ein Zeugnis, dessen Ergebnis sich aus der Anwesenheit und Mitarbeit im Unterricht und dem Abschlusstest zusammensetzt. Dieses Zeugnis muss beim DAAD ebenfalls eingereicht werden.
Die BGU vergibt ebenfalls (Teil-)Stipendien, auch für Anfänger!
Unterkunft
Wie die meisten anderen StudentInnen war ich in einem Studentenwohnheim gegenüber dem zunächst riesig wirkenden Campus der BGU (angeblich hat die BGU 20.000 StudentInnen) einquartiert. Hier lebt man in Wohneinheiten von zwei bis vier StudentInnen. Wer wie ich Glück hat, bekommt eine sehr nette israelische Mitbewohnerin. Apropos: saubere und müllfreie Wohnungen sind sehr zu empfehlen, da man sonst sehr schnell Bekanntschaft mit Kakerlaken und Ameisen macht.
Freizeit und mehr
Die deutschsprachigen Betreuer sind sehr nett und hilfsbereit. Neben Unterricht und Vorträgen bieten sie auch Filmabende und gemeinsame Kneipenbesuche an.
Freitags werden meist Exkursionen angeboten z.B. nach En Gedi, Mahtesh Ramon oder zum Toten Meer. Die Ausflüge dauern nur bis nachmittags und man kann das restliche Wochenende frei gestalten. Da die Wege in Israel relativ kurz sind und der öffentliche Nah- und Fernverkehr sehr gut und zuverlässig funktioniert, kann man problemlos noch nach Tel Aviv oder Jerusalem fahren. Hier gilt es nur zu beachten, dass von Freitag Nachmittag bis Samstag Abend keinerlei Busse oder Züge verkehren.
Wer die Möglichkeit hat, sollte auch unbedingt ins Westjordanland fahren, nach Bethlehem oder Hebron. Man sollte vorab die Sicherheitslage checken und am Besten nicht alleine reisen. Die Einreise über die Grenzposten kann abenteuerlich sein, aber als Tourist hat man eigentlich keine Probleme.
Von Freitag Nachmittag bis Samstag Abend sind in Beer Sheva auch fast alle Läden geschlossen, man sollte sich vorab mit Essen eindecken.
Das Militär ist in Israel sehr präsent aber man gewöhnt sich erschreckend schnell an den ständigen Anblick von Maschinenpistolen und Taschenkontrollen.
In der Sommeruni findet man sehr schnell Anschluss und das Reisen am Wochenende macht sowieso in einer Gruppe am meisten Spass.
Weitere Informationen zur „BGU Sommeruni“ findet ihr unter http://web2.bgu.ac.il/CISP/Int-Pages/German/GermanProgram.html oder natürlich auf facebook unter „BGU Sommeruni“.
Wer noch Fragen hat, kann sich gerne jederzeit an mich wenden, Evi Stangassinger und Daniela Billenstein haben meine Kontaktinformationen.
Schlusswort: wer eine Sprache lernen möchte und sich dafür einen Sommer Zeit nehmen kann, sollte dies unbedingt tun und über eine Bewerbung beim DAAD nachdenken. Mein Israelaufenthalt war einfach nur großartig!
- Judith Westermann, Abt. III, Kurs 2006
seit September 2010 bis September 2011 in Buenos Aires
- Florian Gengnagel, Abt. V, Kurs 2005
Praktikum bei Red Cedar Films in Vancouver
- David Lindner, Abt. V, Kurs 2004
NFTS Filmhochschule, London
- Bartosz Grudziecki, Abt. III, Kurs 2003
NEXT Film Festival in Bukarest
- Stefan Ludwig, Abt. IV, Kurs 2003
Portraits croisés an der INIS, Montréal
- Karolin Koretz, Abt. V, Kurs 2006
USA-Bericht: San Francisco, Sommersemesterferien 2009
- Stephanie Leitl hat ein DAAD-Stipendium erhalten und befand sich in Peking.
- Johannes Rosenstein und Stefan Ludwig realisierten im Sommer 2008 ein Austauschprojekt der HFF und des INIS, Montreal, und fuhren für 3 Monate nach Kanada.