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„Ich will ja nur lebendig ankommen“
ein Film von Ariane Schröder
1. Preis in der Kategorie Dokumentarfilm „Die goldene Heidi“
Begründung der Jury:
Bei der Vielzahl von hervorragenden Dokumentarfilmen, die wir in
dieser Woche sehen durften und bei der Heterogenität und
Meinungsvielfalt, die eine solche Jury immer mitbringt, gab es
tatsächlich einen Film, den wir fast auf Anhieb alle für ganz
besonders und wertvoll hielten.
Die dokumentarische Tragikkomödie „Ich will ja nur lebendig ankommen“
von Ariane Schröder (Film 01) überzeugte uns durch seinen assoziativen
Zugang und Umgang mit dem Thema, und so ist der Filmemacherin nicht
nur Portrait über einen Künstler gelungen, sondern ein Film über den
glücklichen Größenwahn einer Künstlerseele, die diesen Größenwahn
nicht für die Kunst sondern auch zum Überleben braucht. Der Film
schafft es durch die kluge Auswahl der Texte, der Drehorte und der
Requisiten eine Metaebene zu erzeugen, der Wahrhaftigkeit innewohnt
und die gleichtzeitig die Erzählhaltung der Filmemacherin deutlich
werden läßt.
Zur Kamera und Bildgestaltung:
Bei dem Siegerfilm „Ich will ja nur lebendig ankommen“ von Ariane
Schröder (Regie) und Catalina Torres (Kamera) fällt die Auswahl der
Motive auf, d.h. man erzählt von einem Träumer und es wird als
Kontrast eine Schrottpresse gezeigt, der absolute Gegensatz zum Traum.
Die Kamera zeigt in vielen Nah- und Großaufnahmen ein Gesicht, Hände
und andere Details. Oft verkantet die Handkamera und entzieht dem
Zuschauer den Boden und damit dem Bild Glaubwürdigkeit und
Überzeugungskraft. Die Figur und die überschwänglichen Behauptungen
bekommen somit eine Leichtigkeit und ein Augenzwinkern, ohne die der
Film und die Figur ernst genommen und unerträglich wären. Die
Bildgestaltung ist schwungvoll, frech und nie langweilig, trotzdem
sind die Bilder nicht zufällig, sondern geplant und überlegt
entstanden. Belichtung, Bildschärfe stimmen und auf Grund der geringen
Materialmenge ist ein gutes Drehverhältnis zu bemerken.
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