KATEGORIE DOKUMENTARFILM
1. Preis Goldener Peter
Das Gegenteil von Arbeit von Xenia Sigalova und Alexander Costea
Die Dokumentation Das Gegenteil von Arbeit von Xenia Sigalova und Alexander Costea beobachtet über mehrere Wochen hinweg eine Gruppe von Hartz IV Empfängern, die vom Arbeitsamt als 1-Euro-Jobber dazu verpflichtet sind, sich drei Mal die Woche in einem Ulmer Theater zu treffen, um ihr Selbstwertgefühl und ihre Kommunikationsfähigkeit zu trainieren. Die Gruppe bleibt weitgehend sich selbst überlassen, man sitzt in einem dunklen Proberaum und lamentieren bei Kaffee und Eis über ihre desolate Situation. Klaus, einer der Gruppeteilnehmer, wird zum Spielleiter gewählt um aus dem bunten Haufen eine Theatertruppe zu machen. Daraus entwickelt sich in den folgenden Wochen eine explosive Gruppendynamik – Klaus schwingt sich immer mehr zum Bestimmer auf, Sonja lässt sich nicht gängeln und meutert – erst allein, dann schließen sich andere an. Die Situation eskaliert….
Xenia Sigalova und Alexander Costea gelingt es, mit ihrer Kamera – die hautnah an den Akteuren bleibt und gleichzeitig Distanz und Übersicht bewahrt – den Zuschauer immer stärker in den Sog dieses Gruppenprozesses hinein zu ziehen. Der Film vermittelt aber nicht nur Empathie und Spannung, sondern auch komische Momente – ohne die Akteure dabei lächerlich zu machen. Neben der subtilen und sensiblen Regie- und Kameraarbeit möchten wir auch die Montage würdigen. Sie schaffen es, aus dem Material wochenlanger Dreharbeiten eine Stunde Dokumentation zu schneiden, die den Zuschauer zunehmend in seinen Bann zieht. Eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass der ganze Film in einem Raum spielt.
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