Zwei Filme aus der HFF München bei der Europäischen Kurzfilmbiennale Ludwigsburg ausgezeichnet
(HFF München, 09. Juli 2007) Die Hochschule für Fernsehen und Film München freut sich mit ihrem Absolventen Michael Dreher und ihrer Studentin Nancy Brandt über den Erfolg, den beide Filme feiern können.
FAIR TRADE erzählt die grausige Geschichte eines Kinderhandels und gleichzeitig auf nüchterne Weise von den "Handelsbeziehungen" zwischen den Industrienationen und der so genannten Dritten Welt. Dreher und seinem Team sind verstörend eindeutige Bilder für diese Beziehungen gelungen, vor denen wir gerne die Augen verschlössen. Judith Engel als Frau, die ein Baby kaufen will, und Barnaby Metschurat als ihr kühler Handelspartner verleihen ihren Figuren eine Atem beraubende Präsenz. Dass Michael Drehers Produktionsfirma Weltweit-Film neben der HFF München und FGV Schmidle FAIR TRADE in Koproduktion mit Kasbah-Film Tanger (Karim Debbagh) verwirklichen konnte, wertet der Filmemacher als Schritt auf dem Weg zu anderen, faireren Handelsformen. FAIR TRADE wurde vom Förderverein der HFF München unterstützt, der FilmFernsehFonds Bayern ermöglichte die Herstellung der Kopie, damit FAIR TRADE auf den Internationalen Hofer Filmtagen 2006 aufgeführt werden konnte. Der Film wurde bisher mit den renommiertesten nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Audience Award des Los Angeles International Film Festival 2006, dem Deutschen Kurzfilmpreis in Gold 2006, dem Max-Ophüls-Preis Saarbrücken 2007 für den Besten Kurzfilm, dem Friedrich-Wilhelm-Murnau-Preis 2007 und zuletzt war er für den Studenten -OSCAR 2007 nominiert. Den mit 15.000 Euro dotierten 1. Deutschen Kurzfilm-Förderpreis vergab die Jury für "... ein gelungenes Stück Kino in jeder Hinsicht - Drehbuch, Kamera, Cast, Schauspielerführung und Schnitt" und "... das gute Auge des Regisseurs für die Beziehung zwischen den Figuren und der Stimmung der Landschaft".
Michael Dreher studierte in der Abteilung Film und Fernsehspiel an der HFF München unter der Ägide von Professor Andreas Gruber.
DIE GUTE LAGE ist Nancy Brandts erster Film an der HFF München in der Abteilung Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik. Deren geschäftsführender Professor Heiner Stadler begleitete Nancy Brandt bei ihren ersten Schritten als Filmemacherin, für die sie von der Hochschule drei Rollen 16 mm-Schwarz-Weiß-Material à zehn Minuten zur Verfügung gestellt bekam. Daraus entstanden wunderbar liebenswürdige und spannende 13 Minuten 29 Sekunden, die den Ideenreichtum der Regisseurin und ihrer kleinen Crew Thomas Doberitzsch (Kamera), Martin Nudow (Ton) und Maren Knieling (Produktion) zeigen. Ein einziger Schwenk führt durch die Wohnungen von Familien, die eines gemeinsam haben: Sie wohnen alle im gleichen Haus, in einer Gegend, die für viele als "Problemviertel" gilt. Eine kleine Studie mit ungewöhnlichen Einblicken, die Nancy Brandt auf bisher 15 nationale und internationale Festivals führte, neben anderen den ZDFdokukanal-Preis des Internationalen Kurzfilm Festivals Hamburg 2007 und nun den mit 7.500 Euro dotierten 2. Europäischen Kurzfilm-Förderpreis bescherte. Die Jury zeichnete DIE GUTE LAGE dafür aus, dass "Der Film (...) eine schlichte kinematographische Idee mit großer Subtilität um(setzt). Mit einer Bilderfolge von Impressionen aus einer Münchner Trabantensiedlung wirft er ein überraschendes Licht auf den Alltag multikulturellen Zusammenlebens".