Max Fey und Jan Gassmann erhalten HFF-Stipendium für Medienkunst
(HFF München, 01.08.2007) Letzten Freitag vergab die Jury das begehrte Jahresstipendium der HFF München für Medienkunst an Max Fey (Kurs 2004, Abteilung Film und Fernsehspiel) und Jan Gassmann (Kurs 2004, Abteilung Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik). Die beiden HFF-Studenten bekommen für ihre gemeinsam eingereichte Projektidee "stumbling bulb" unter anderem ein Atelier mit Wohnraum für ein Jahr sowie 5.000.- € Materialkostenzuschuß von der Kirch-Stiftung zur Verfügung gestellt.
Insgesamt gingen bis zum 16. Juli 21 Bewerbungen für das begehrte Jahresstipendium Medienkunst der Hochschule für Fernsehen und Film München ein, als die Jury sich letzten Freitag (27.Juli) auf einen Vorschlag einigte. Den Zuschlag erhielt die von Max Fey und Jan Gassmann eingereichte Projektidee "stumbling bulb – eine multikulturelle Installation". Die fünfköpfige Jury, bestehend aus Regina Hesselberger-Purrmann, Professorin Dr. Michaela Krützen, Abteilung Kommunikations- und Medienwissenschaft, Kunstkritikerin Ingrid Rein, Rechtsanwalt Friedrich Carl Rein, Kirch-Stiftung, und Professor Heiner Stadler, Abteilung Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik, würdigte die Idee für eine multimediale Installation einhellig als "herausragend, innovativ und experimentell."
Mit "stumbling bulb" wollen Max Fey und Jan Gassmann eine begehbare Multimediainstallation in drei Schritten verwirklichen. Über das Internet wollen die beiden Studenten Gleichgesinnte aufrufen, ihre Version zu "Hans-Guck-in-die-Luft" als 15-Sekundenclip zu drehen. Die so entstandenen Videoclips werden dann auf einer Website hochgeladen und zum "Voting" im Internet freigegeben. In einem weiteren Schritt sollen dann die Clips mit den meisten Stimmen in die eigentliche, begehbare Installation "stumbling bulb" - eine Art Kuppelkonstruktion in deren Gewölbe ein "berauschender Re-mix" der Videos zu sehen sein wird - integriert werden. Auf den Boden plane man die Projektion eines "länderübergreifenden Himmels", so die beiden HFF-Stipendiaten. Der Betrachter werde somit selbst zum "Hans-Guck-in-die-Luft" und gerate dabei schließlich aus dem Gleichgewicht und ins Stolpern. Max Fey sieht die "Hans-Guck-in-die-Luft"-Geschichte als eine Art universelle Metapher für den Verblendungszusammenhang, in dem die westliche Welt lebe. Die beiden HFF-Studenten wollen mit "stumbling bulb" auf die Beliebigkeit der Bildinhalte, wie sie im Internet angeboten werden, aufmerksam machen. Am Ende wolle man mit der fertiggestellten Installation auf Tour gehen und die Bilder wieder zu ihren Urhebern zurückbringen, so Jan Gassmann.
Im November können die beiden HFF-Stipendiaten ins das von der Kirch-Stiftung mietfrei zur Verfügung gestellte Atelier und Wohnhaus einziehen und an der Verwirklichung ihrer Idee arbeiten. Dazu kommen noch eine monatliche finanzielle Unterstützung von 800.-€, die Übernahme der Studiengebühren und ein Materialkostenzuschuß von 5.000.-€. Diese Leistungen werden ebenfalls von der Kirch-Stiftung getragen. Die beiden Studenten haben dann ein Jahr Zeit (September 2008), um ihre Idee zu verwirklichen. Das Stipendium Medienkunst der Hochschule für Fernsehen und Film München wurde vergangenes Jahr zum ersten Mal vergeben. Johannes Wende, Student der Abteilung Film und Fernsehspiel (Kursjahr 2002) und Stipendiat des Vorjahres, bereitet gerade seine Abschlussausstellung vor. Für das Stipendium Medienkunst können sich alle Studierende und alle Absolventen der HFF München bewerben, die das 32. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.