Melanie Liebheit und Marie Wilke übernehmen ab 1. Oktober 2026 anteilig mit je 50 Prozent die Professur für die HFF-Studienrichtung Regie dokumentarischer Film im Bachelor-Studiengang Film in Nachfolge von Prof. Karin Jurschick / Liebheit ist selbst Absolventin der HFF München; zuletzt realisierte sie die Filme DIE KUNST DER WIDERREDE sowie SHE CHEF und arbeitet aktuell an MIT RECHT GEGEN UNRECHT / Wilke, die an der Zelig Filmschule in Bozen sowie der UdK Berlin absolvierte, brachte als jüngste Arbeiten die Filme AGGREGAT und SZENARIO sowie die Serie HÖLLENTAL ins Kino und Fernsehen
München, 24. September 2026 – Zum 1. Oktober 2026 übernehmen Melanie Liebheit und Marie Wilke in Nachfolge von Professorin Karin Jurschick als Doppelspitze die Leitung der Studienrichtung Regie dokumentarischer Film an der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München. Im neu konzipierten Bachelor Film, auf den Studieninteressierte sich ab Ende 2026 bewerben können, gestalten sie mit ihrem Team das neue Curriculum für eine von insgesamt sieben Studienrichtungen im Bachelor-Studiengang Film (B.F.A.).
Professorinnen Melanie Liebheit und Marie Wilke: „Wir freuen uns sehr darauf, die Studierenden künftig in ihrer künstlerischen Entwicklung und auf ihren eigenen dokumentarischen Wegen zu begleiten. Wir bringen unterschiedliche Erfahrungen, Perspektiven und dokumentarische Arbeitsweisen mit, die sich sehr gut ergänzen und deren Vielfalt wir auch in der Lehre lebendig werden lassen möchten. Gemeinsam mit den Kolleginnen* der HFF München wollen wir einen offenen Raum für unterschiedliche Formen des Dokumentarischen schaffen und die Weiterentwicklung der Dokumentarfilmausbildung mit Neugier, Freude und Energie mitgestalten.“
HFF-Präsident Daniel Sponsel: „Gemeinsam mit dem gesamten Kollegium und der Studierendenschaft freue ich mich auf diese neue Doppelspitze der Studienrichtung Regie dokumentarischer Film. Melanie Liebheit und Marie Wilke sind beide hervorragende national wie international renommierte Filmemacherinnen mit einem jeweils umfassenden Werk. Sie bringen ganz unterschiedliche Erfahrungen und Herangehensweisen des dokumentarischen Erzählens mit in ihre Professur. Damit öffnen sie innerhalb des neuen Bachelor-Master-Systems eine große Bandbreite an Perspektiven und bringen für derzeitige und künftige Studierende individuelle Aspekte in die Lehre ein, um die weitere Entwicklung des Dokumentarfilms in all seinen Formen im Ausbildungskontext mit zu prägen.“
Professorin Melanie Liebheit wurde 1973 in Münster geboren. Sie studierte zunächst Ethnologie in München und Manchester (Master of Arts mit Auszeichnung) und im Anschluss an der HFF München Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik; parallel arbeitete sie für die europäische Trainingsinitiative Documentary Campus e.V. Ihr abendfüllender Dokumentarfilm Wiedergeboren in Westfalen (2008) über den größten tamilischen Hindu-Tempel Europas in der westfälischen Kleinstadt Hamm-Uentrop wurde beim Festival DOK Leipzig uraufgeführt. Noch während des Studiums gehörte Liebheit im Jahr 2007 zu den Gründerinnen des Dokumentarfilmfestivals Nonfiktionale in Bad Aibling, das sie seit 2016 zusammen mit Tamara Danicic leitet.
Gemeinsam mit Gereon Wetzel realisierte Liebheit die Dokumentarfilme Die Kunst der Widerrede (2018) und She Chef (2022), für den sie beim Münchner DOK.fest 2023 mit dem FFF-Förderpreis ausgezeichnet wurde und der auf der ganzen Welt sehr erfolgreich auf Festivals, in Kinos und im TV (wie zuletzt z.B. erst im taiwanesischen Fernsehen) lief. Mit einer aktuellen Stoffentwicklungsförderung arbeiten Melanie Liebheit und Gereon Wetzel derzeit an einem zweiten Teil mit dem Arbeitstitel WE CHEF.
Parallel zu ihrer Arbeit als Filmemacherin und Festivalleiterin organisierte Liebheit als Teamassistentin die Abläufe des HFF-Studienschwerpunkts Bildgestaltung/Kinematographie; nun übernimmt sie als Professorin selbst die Leitung einer HFF-Studienrichtung.
Filmographie Liebheit IMDb
Professorin Marie Wilke, 1974 in Berlin geboren, absolvierte zuerst ein Studium im Fach Regie, Kamera und Montage an der Schule für Dokumentarfilm, Fernsehen und Neue Medien 'Zelig' in Bozen, Italien, gefolgt von einem Studium im Fach Experimentelle Mediengestaltung an der Universität der Künste (UdK) Berlin. In Italien und Deutschland wirkte sie ab 1999 als Editorin an Dokumentarfilmen, Nachrichtenbeiträgen und Reportagen mit.
Ab 1999 realisierte sie auch eigene Dokumentarfilme und Videoinstallationen und war als Dozentin für Regie und Montage an internationalen Filmschulen und Institutionen tätig. 2004 wurde sie Künstlerische Mitarbeiterin für Dokumentarfilmregie an der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg. 2015 lief ihr Dokumentarfilm STAATSDIENER beim Filmfest München und in den Kinos. Es folgte der abendfüllende Film AGGREGAT mit der Premiere im Forum der Berlinale 2018, der u.a. mit dem Preis der deutschen Filmkritik und dem Filmkunstpreis Sachsen-Anhalt ausgezeichnet wurde. Schon kurz darauf begannen die Dreharbeiten zur sechsteiligen dokumentarischen Fernsehserie HÖLLENTAL über einen Kriminalfall, die im Januar 2021 ausgestrahlt wurde. Von 2021 bis 2022 war sie Künstlerische Direktorin und Geschäftsführerin der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB). Neben mehreren dokumentarischen Podcasts und Fernsehserien in den Jahren 2021 bis 2025 realisierte sie zuletzt den Kino-Dokumentarfilm SZENARIO, der 2026 im Forum der Berlinale Premiere hatte.
Filmographie Wilke IMDb
*Aufgrund einer für die Hochschule bindenden Vorgabe durch die allgemeine Geschäftsordnung für den Freistaat Bayern vom 01.04.2024 dürfen sämtliche Personen- und Funktionsbezeichnungen ausschließlich in der weiblichen und/oder männlichen Form aufgeführt werden. Mehrgeschlechtliche Schreibweisen sind unzulässig. Selbstverständlich sind Personen aller geschlechtlicher Identitäten ausdrücklich mit angesprochen.