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Tarkowskij und ich

Unsere Familie kam vor acht Jahren nach Deutschland. Jeder versuchte in Deutschland ein neues Leben anzufangen, jeder auf seine Weise. Nur meine Oma konnte sich nicht mehr umstellen. Sie geht schon lange nicht mehr aus dem Haus, und ihre einzige Verbindung zu der äußeren Wirklichkeit ist das Fenster im Wohnzimmer. Das war nicht immer so - "Dort war das Leben ganz anders!", sagt sie. Und tatsächlich, mit der roten Armee befreite sie halb Europa vom Faschismus, immer in der vordersten Linie, als Ärztin tätig. Nach dem Krieg arbeitete sie jahrelang als Notärztin in Riga. Ich fragte mich schon immer, was meine Oma wohl dabei denkt, wenn sie aus dem Fenster schaut? Wie kann man ein solch langweiliges Bild stundenlang, über Wochen, Monate, Jahre hinweg, betrachten? Doch als ich die Gardinen mit einer energischen Bewegung zumachte, wurde sie traurig und sagte: "Es ist meine einzige Freude, lasse sie mir doch!" Die kahlen, weißen Wände, ein kleines Bildchen hier und da, ein Stuhl, ein Sessel, ein Fernseher - ihre alltägliche Wirklichkeit. Doch ihr Charme und Humor, mit dem sie auch über die traurigsten Dinge redet, lässt langsam Erinnerungen an eine längst vergangene Epoche entstehen. Und so verwandelt sich die alltägliche Tristesse in eine Reise, und aus ihr wird eine universelle Metapher eines heimatlosen Immigranten ...

Golden Apricot Filmfestival//2007

Docpoint Helsinki - Documentary Film Festival //2007

Punto de Vista//2007

Internationales Dokumentarfilmfestival München//2004

Teilnahme in der Kategorie Neue Filme Bayern