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Saudade

Meine Geschichte fängt nicht in Deutschland an, wo ich seit fast 20 Jahren lebe und schon über die Hälfte meines Lebens verbracht habe. Genauso wenig wird sie hier enden, denn ich kehre mit 38 Jahren für eine unbestimmte Zeit in meine alten Heimat zurück.
Ich nehme Abschied von Deutschland, von dem Ort, den ich Zuhause nennen kann. Die Hälfte meines Lebens hat sich hier abgespielt. Berlin, Hamburg und München. Das Land, wo der Winter so lang und der Sommer so kurz ist, nenne ich jetzt auch meine Heimat.
Doch mein Herz schlägt auch in einem gentrifizierten Stadtviertel in Porto Alegre, Brasilien, wo einst Arbeiterfamilien und Milchbauern lebten. Dort steht mein Geburtshaus. Das Viertel, das jetzt ein Luxusviertel geworden ist, ist eines der begehrtesten Stadtteile Porto Alegres. Die meisten Häuser sind umringt vom hohen Gartenzäunen und Mauern. Auf den Straßen spielen keine Kinder mehr, wie ich das aus meiner Kindheit noch kannte. Inmitten dieser eingezäunten Welt leben noch meine Eltern, als eine der wenigen älteren Bewohner des Viertels. Beide haben vor kurzem einen schweren Schlaganfall erlitten.
Mein Vater verliert allmählich seine Erinnerung, obwohl er ab und zu immer noch ein besonderes Talent hat: seine Stimmungen klar auszudrücken und das Leben um ihn herum zu beschreiben. Viele seiner Gedanken entstehen durch die Auswirkungen von Schlaflosigkeit und Demenz. Meine Mutter redet kaum. Sie fühlt sich besser bei den Tieren, sie besitzt nämlich vier Hunde, die ihr eine besondere Kraft verschaffen.
Der Film „Saudade“ entstand in einer Phase meines Lebens, in der ich durch die Krankheit meiner Eltern zwischen zwei Welten leben musste: Deutschland und Brasilien. Saudade ist ein Gefühl, das sinngemäß als „Sehnsucht“ übersetzt werden kann. Für mich wurde der Begriff, welcher im portugiesischen Sprachgebrauch im Alltag der Menschen eine große Rolle spielt, das perfekte Mittel, um über meine Migrationsgeschichte und dem Verschwinden meiner Heimat zu erzählen. Durch den Film taucht der Zuschauer in meine Gefühlswelt ein, durchlebt die Reise zwischen Brasilien und Deutschland und fühlt sich gleichzeitig in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft versetzt.

IDFA - International Documentary Film Festival Amsterdam//27.11.2019

Preis in der Kategorie IDFA Competition for Student Documentary

ASBH Awards//21.12.2019

Preis in der Kategorie Student Section

Regensburger Kurzfilmwoche//14.3.2020

Nominierung in der Kategorie Bayernfenster

Nonfiktionale//19.3.2020

Nominierung in der Kategorie Junge Doks

It's All True International Documentary Film Festival //26.4.2020

Nominierung in der Kategorie International Short Film Competition

Millenium International Documentary Film Festival Brüssel//28.3.2020

Nominierung in der Kategorie Shorts International Competition

Full Frame Documentary Film Festival//2.4.2020

Preis in der Kategorie Full Frame President's Award

Grenzland-Filmtage Selb //16.4.2020

Nominierung in der Kategorie Official Competition

FIDÉ - Festival International du Documentaire Émergent//22.4.2020

Ethnocineca Filfestival//7.5.2020

Nominierung in der Kategorie Ethnocineca Student Shorts Award

dotdotdot Festival//18.8.2020

Nominierung in der Kategorie Ethnocineca: Roots and Ties

MakeDox Creative Documentary Film Festival//19.8.2020

Fünf Seen Internationales Filmfestival//30.8.2020

Nominierung in der Kategorie ShortPlus Wettbewerb